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Fata Morgana


Die Fata Morgana ist Eftelings zweitältester und zugleich großflächigster Darkride. Während der achtminütigen Fahrt wird eine Stadt aus den Märchen aus tausendundeiner Nacht gezeigt; allerdings nicht als Schauplatz einer konkreten Geschichte, sondern als Szenerie.

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Daten und Fakten

Typ Darkride
Bereich Anderrijk
Eröffnung1986
Anzahl Szenen14
Anzahl Figuren130
Grundfläche 4.000 m²
Bahnlänge 285 m
Fahrtzeit8:00 min
FahrsystemIntamin
Entwerfer Ton van de Ven
Musik Ruud Bos
Kosten15 Mio. NLG

Wusstest du, dass...

  • die Fata Morgana ursprünglich Fata Medina heißen sollte?
  • die Fata Morgana ursprünglich auf einer Insel des größten Sees von Efteling entstehen sollte?
  • die Boote, die ursprünglich für die Fata Morgana erworben wurden, heute als Gondoletta noch immer in Gebrauch sind?
  • Efteling für die Bewegung der Figuren ein eigenes System entwickelt hat?

Attraktionserlebnis

Zinnen, Bögen und Kuppeln an der Fata Morgana.

Von außen ist die Fata Morgana ein orientalisch-arabisches inspiriertes Bauwerk. Auffälligstes Merkmal ist ein hoher Turm, der ein Minarett darstellen könnte. An ihm sowie an den Wänden des Gebäudes sind Arabesken - Ornamente aus der islamischen Kunst - angebracht. Auf dem Dach sowie am oberen Ende des Turms befinden sich Kuppeln, an deren goldenen Spitzen Halbmonde zu erkennen sind. Es finden sich zudem eine Vielzahl von Bögen und Zinnen. Auffällig ist, dass jeweils verschiedene Arten von Bögen beziehungsweise Zinnen eingesetzt wurden. Hiermit soll der Eindruck einer unübersichtlichen Stadt erzeugt werden. Die Wahl einer einheitlichen Farbgebung sowie die geschlossenen Bauweise steht diesem Ansatz jedoch etwas entgegen. Das Innere der „verbotenen Stadt“ bleibt den Besuchern indes durch die Gemäuer verborgen.

Fahrt

Nach dem Eintritt in das Attraktionsgebäude tritt man direkt in die Stationshalle. Der Einstieg ist in der Mitte der Halle zu finden, zunächst führt die Warteschlange jedoch in einer Galerie um fast die gesamte Halle herum. Über ein Treppe nach unten gelangt man schließlich auf eine sich drehende Plattform. Von hier aus können die Besucher in eines der insgesamt vierzehn Boote einsteigen, die sich parallel zur Plattform durch einen „Kanal“ bewegen. 

Zentraler Bestandteil der Fata Morgana: Die Animatronics.

Zentrales Element des Darkrides sind die Animatronics, die sich entlang der gesamten Strecke befinden. Die Fahrt setzt sich aus insgesamt vierzehn thematisierten Szenen zusammen. Auffällig ist hierbei, dass die Anordnung dieser Stationen gemäß ihrer Nähe zum Kern der „verbotenen Stadt“ vorgenommen wurde. So ist das erste, das die Besucher in der Fata Morgana sehen, der tropische Dschungel, der sich natürlich noch außerhalb der eigentlichen Stadt befindet. Von dort aus geht es - von einem immer wieder auftauchenden Zauberer beäugt - weiter: Zunächst kommt das Armenviertel, dann folgen zwei verschiedene Marktszenen, ein Stadttor, ein Verlies mit Folterkammer, ein Hafen, ein Harem - und dann, als der Höhepunkt der Fahrt, das Innere des Sultanspalast. Über einen Schatzraum und eine „Reprise“ des Dschungels vom Anfang gelangt man wieder in den Ein- und Ausstiegsbereich der Attraktion. Technisch bemerkenswert ist vor allen Dingen ein Raum kurz vor der Dschungel-Reprise, der den Besucher vor die Illusion stellt, die Wasseroberfläche im Raum befände sich in einer Schieflage.

Untermalt wird die Fahrt wie auch die gesamte Attraktion durch den Soundtrack von Ruud Bos. Neben dem prachtvollen Hauptthema, das auf dem Vorplatz der Attraktion, in der Station sowie in der Szene im Thronsaal des Sultanspalast zu hören ist, gibt es noch Themen für den Dschungel, das Gefängnis, den Marktplatz und den Hafen. Das Hauptthema trägt den Namen Harem. Ein Onride von Fata Morgana findet ihr hier.

Technik

Als Fahrsystem wird ein sogenannter Tow Boat Ride von Intamin genutzt: Die 14 Bote der Fata Morgana sind hierbei unter Wasser mit Stahlkabeln verbunden und finden ihren Weg entlang von unterwasserliegenden Führungsrädern. Auf diese Weise wird eine Geschwindigkeit von zwei Stundenkilometern erreicht und zudem ist bei einem kontinuierlichen Betrieb gleichzeitig ein hoher Abstand zwischen den Booten garantiert, was die Authentizität stärkt.

Skizze des technischen Prinzips der Animatronics.

Ungewöhnlich ist der Antrieb der vielen Animatronics der Attraktion. Efteling entschied sich hierbei für ein System auf Basis sogenannter Nockenwellen. Dabei handelt es sich um drehende Scheiben, deren Vor- und Rücksprünge sich auf die Bewegung eines an einem Hebelarm befestigten Rades und so letztlich auf die Bewegungen der Animatronics übertragen. Unter jeder der Szenen befindet sich Raum, in dem für jede der Animatronics eine individuelle Schreibe bereitsteht. Efteling hat dieses selbst entwickelte System im August 1988 als Patent angemeldet, inzwischen ist es jedoch abgelaufen. Mit den Nockenscheiben hat Efteling auf eine Idee zurückgegriffen, die bereits im 18. Jahrhundert umgesetzt wurde, etwa beim Automaten Zeichner und Schreiber von Henri Maillardet. Im Vergleich zu aufwendigeren Systemen, die etwa Disney in seinen Darkrides einsetzte, war das Nockenscheiben-System für Efteling die deutlich günstigere Variante.

Im unten eingebetteten Video wird das System in einem alten TV-Beitrag vorgestellt.

Entstehungsgeschichte

Bereits einige Jahre vor Eröffnung der Fata Morgana suchte man in der Führungsetage von Efteling nach einer Möglichkeit, die orientalischen „Märchen aus tausendundeiner Nacht“ in einer Attraktion umzusetzen. Als sich durch Untersuchungen herausstellte, dass die einzelnen Erzählungen der Sammlung den westlichen Menschen kaum bekannt waren, entschloss man sich, nicht eine konkrete Geschichte, sondern vielmehr eine freie Interpretation des Themas zu verwirklichen. Hierfür waren neben Kreativleiter Ton van de Ven auch andere bekannte Gesichter aus dem Kreativbereich, wie Henk Smulders, Peter van Ostade, Henny Knoet und Joop de Bont zuständig. Zeichnungen, die Anton Pieck in den 1950er Jahren auf Reisen nach Marokko angefertigt hatte dienten den fünf wohl ebenso als Inspiration, wie auch die aus dem Jahr 1967 stammende Disney-Themenfahrt „Pirates of the Caribbean“

Die Planungen für den Bau der Attraktion zogen sich indes hin. Zwischenzeitlich war in Betracht gezogen worden, die Attraktion auf und bei einer Insel im größten See des Parks, dem Siervijver, zu bauen. Nachdem man von diesem Plan Abstand nahm entstand dort aus Booten, die eigentlich für die Themenfahrt vorgesehen waren, die Gondoletta. Auch der Name der Attraktion wurde in der Planungsphase noch geändert - die ursprüngliche Bezeichnung für die Attraktion, „Fata Medina“, die sich auf die islamische Pilgerstadt Medina (Saudi-Arabien) bezieht, wurde aus Rücksicht vor religiösen Gefühlen noch verworfen. So begannen die Bauarbeiten für die Fata Morgana erst im Jahr 1984 - dem Jahr, in dem Attraktion eigentlich bereits in Betrieb genommen werden sollte. 

Die Fata Morgana bildete die Krönung einer acht Jahre andauernden Investitionsoffensive, die 1978 mit dem Spookslot (zu deutsch: Spukschloss) begann und seine Fortführung unter anderem in diversen auf abenteuerlustige Gäste ausgerichteten Attraktionen, wie der Python (1981) oder der Schiffsschaukel Halve Maen (1982). Die Fata Morgana tritt insofern etwas aus dieser Reihe heraus, als dass sie den Bogen wieder zurück zu den alten Zeiten der Themenattraktion spannt.

Spätere Anpassungen

  • 1988 wurde die bis dahin analoge Tonwiedergabe durch eine digitale ersetzt.
  • 1993 wurde der Außenwartebereich überdacht.
  • 1995 wurde direkt neben der Fata Morgana der Fata Morgana Paleis eröffnet, ein Saal für Events.
  • 1998 wurde eine große Windmaschine in der Sturmszene hinzugefügt, die noch von Vogel Rok übrig geblieben war.
  • 2010 erhielt eine Szene mit Krokodilen zusätzlich Ratten und die Musikgruppe im Thronsaal einen eigenen Sound.
  • Seit 2011 bewegt sich der Kopf des Dschinns vor der Schatzkammer wieder, der dies bereits wenige Monate nach der Eröffnung im Jahr 1986 nicht mehr getan hatte.
  • 2013 erhielt die Fata Morgana eine Fahrtfotoanlage.
  • 2014 erhielten die Zauberer neue Ton- und Lichteffekte und die Abbildung einer Stadt als Miniatur in der ersten Dschungelszene wurde durch eine Projektion ersetzt, die sich auflöst und somit eine Fata Morgana zeigt.

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