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Fons Jurgens gibt Infos zur wirtschaftlichen Entwicklung Eftelings


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Eftelings Vorstandsvorsitzender Fons Jurgens (47) hat der belgischen Tageszeitung De Tijd kürzlich ein ausführliches Interview gegeben, in dem wirtschaftliche Fragen und die zukünftige Entwicklung Eftelings im Vordergrund standen. Konkret gab es einige interessante Infos zu Besucherzahlen, Wachstumszielen, der Struktur Eftelings als Organisation und Finanzen.

Jurgens schlüsselte zum Beispiel erstmals auf, aus welchem Ländern die 4,7 Millionen Besucher (im Jahr 2015) jeweils kamen. Demnach kamen 80 Prozent, also rund 3,75 Millionen Besucher, aus den Niederlanden und 700.000 Besucher, also rund 15 Prozent, aus Belgien. Nur die restlichen fünf Prozent kamen aus anderen Ländern, darunter aus Deutschland und aus Großbritannien.

Vor diesem Hintergrund betrachtet Jurgens den niederländischen Markt als ausgeschöpft und will viel stärker auf ausländische Gäste setzen. Dafür soll, wie bereits bekannt, die Übernachtungskapazität erhöht werden, die nach der Eröffnung vom neuen Ferienpark Het Loonsche Land im Mai bei 3.000 Betten liegen wird. Während Efteling bislang aber eigentlich kommuniziert hatte, noch bis zum Jahr 2020 die Höhe von 5.000 Betten erreichen zu wollen, heißt es in dem Artikel nun, dass man bis 2025 5.000 Betten haben wolle. Hier hat es also offensichtlich eine Verschiebung nach hinten gegeben. Einen kleinen Erfolg kann Jurgens in dem Bereich allerdings bereits vermelden: Im Jahr 2016 übernachteten erstmals mehr ausländische als niederländische Besucher im Efteling Hotel.

Jurgens stellt es als Herausforderung dar, sich als unabhängiger Akteur am Freizeitparkmarkt zu halten. Efteling habe in den vergangenen Jahren einige Übernahmeangebote erhalten, aber stets abgelehnt. Begründung : „De Efteling ist ein Kulturerbgut und nicht zu kaufen“. Doch um die Eigenständigkeit langfristig zu erhalten, müsse man auf eigenen Beinen stehen und zu den Top 3 Freizeitparks in Europa gehören - und dafür natürlich entsprechend wachsen.

Aktuell scheint Efteling sich indes noch recht gut am Markt platzieren zu können, wie einige finanzielle Daten nahelegen. So erzielte Efteling im vergangenen Jahr einen Umsatz von 185 Millionen Euro und einen EBITA von 52 Millionen Euro. Unter EBITA versteht man eine Kennzahl zum Gewinn eines Unternehmens, bei der Steuern, Zinsen und z.B. auch einmalige Kostenpunkte nicht berücksichtigt werden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete die Zahl einen Zuwachs 4 Prozent. 40 Millionen Euro beim EBITA sind allerdings laut Jurgens auch notwendig, um die Investitionen tragen zu können.

Der Nettogewinn Eftelings lag im vergangenen Jahr bei 15 Millionen Euro. Interessant ist hier der Zusammenhang zu Eftelings Organisationsform: Denn Efteling ist als GmbH im Besitz der Stiftung Naturpark Efteling, die es bereits seit dem Bestehen des Parks gibt. 40 Prozent des jährlichen Nettogewinns muss der Park an die Stiftung abgeben. Ein Teil werde dann für gute Zwecke verwendet – z.B. für die Villa Pardoes – und ein anderer, größer Teil zurückgelegt. Seit kurzem werden die Mittel der Stiftung aber auch für besonders große Projekte, wie z.B. Ferienparks, verwendet.

Wo kann Efteling in Zukunft noch ansetzen, um sein finanzielles Ergebnis zu verbessern? Zwei Möglichkeiten schließt Fons Jurgens auf: Zum einen bei den Löhnen, die zurzeit ein Drittel der Operationalen Kosten ausmachen und zum anderen bei den Eintrittskarten. Diese seien zwar die größte Einnahmequelle und der Gewinn sinke immer weiter; die Preise der Tickets könne man aber nicht einfach so erhöhen. Man wolle daher in Zukunft verstärkt auf Merchandising und Essen im Park setzen.

Fons Jurgens, geboren am 1. August 1969, ist bereits seit Oktober 1995 in verschiedenen Funktionen in Efteling tätig. 2011 wurde er Kaufmännischer Vorstand von Efteling und im April 2014 stieg er zum Vorstandsvorsitzenden auf.

Quelle:
Tijd.be: „Roodkapje en co moeten meer Britten en Duitsers verleiden“ (1.4.)

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