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Die Fanseite über den Freizeitpark Efteling

Das Phänomen Efteling


Vorweg: Wer glaubt, hier eine Antwort zu finden, die das Geheimnis um den Zauber in Efteling lüftet, darf nicht enttäuscht sein - denn eine Lösung gibt es nicht. Sehr wohl aber den ein oder anderen Gedankenansatz.

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Die Geschichte von Efteling ist hinreichend bekannt. Aus einem anfänglichen Natur- und Sportpark entwickelte sich in den Siebzigern erst langsam, ab den Achtzigern und Neunzigern in immer größeren Schritten, der größte Freizeitpark der Niederlande. Größe ist dabei natürlich immer relativ; so dürfte Walibi Holland (ehemals Walibi World) in Biddinghuizen attraktionstechnisch mehr zu bieten haben - jedoch ist Efteling in der Gesamtsicht, sprich unter Einbeziehung von Attraktionen, Besucherhöhe und Parkfläche, immer noch ungeschlagen. Mit gut 4 Millionen Besuchern jährlich ist der Park nach dem Europa-Park (4,2 Mio) und dem Disneyland Resort Paris (12 Mio) einer der wichtigsten Freizeitparks in ganz Europa. Was aber genau veranlasst Efteling, um von Anfang an solch hohe Besuchermassen anziehen zu können und warum geht noch heute fast jeder Besucher mit dem typischen Efteling-Gefühl nach Hause?

Wie damals so auch noch heute überwiegen in Efteling keine Attraktionen oder künstliche Bauten, sondern die Natur. Flora und Fauna, wie sie seit Jahrhunderten dort wächst und gedeiht. Dass Efteling hier jährlich große Summen zur Pflege und Verbesserung ausgibt, ist ein deutliches Zeichen, dass den Verantwortlichen wohl bewusst ist, dass ohne die Bäume, Blumen und Beete etwas ganz Wichtiges fehlen würde.

Wenn man über einen Weg in Efteling geht, zur linken Seite dichten Wald, zur rechten vereinzelt Boote hinter dem hohen Gras vorbeiziehen sieht, dann will und kann man eigentlich gar nicht glauben, dass vor wenigen Augenblicken noch eine Hand voll Achterbahnen im Blickfeld waren.

Beim Gezwitscher der Vögel geht es so zu der nächsten Attraktion, die sich mit ihrer künstlich geschaffenen Betonfassade eigentlich so gar nicht in die Natur integrieren würde, wenn Efteling nicht auch solche Bauwerke gekonnt mit der Natur verbindet. Ältere, noch ohne thematische Ansätze gebaute Attraktionen wie die Bobbahn, ehemals die Pegasus oder die Gondoletta, werden vollends von der Natur eingenommen - bei Letzterer könnte man sogar meinen, die beschauliche Bootsfahrt wäre zuerst da gewesen.Heute werden die Fahrgeschäfte in aufwendige Kulissen gesteckt, die trotzdem immer einen natürlich Look an sich haben. Sei es der Fliegende Holländer mit seiner hölzernen Bootsfassade, Droomvlucht mit den großen Rosen am Eingang oder den Fachwerkhäusern beim Volk van Laaf. Man merkt also, die Natur ist überall und unbewusst gegenwärtig und bildet eindeutig das Standbein von Efteling.

Natürlich gibt es auch Architekturen, die keinen direkten Bezug zu der Natur haben. Jedoch fügen sich auch diese Attraktionen wie der Carrousel Paleis oder die Fata Morgana vollends in die herumliegende Landschaft ein, dass sie in keiner Weise als störend empfunden werden können. So schreitet man durch die ein Wäldchen um plötzlich vor einer barocken Villa zu stehen, die mit ihrem edlen Marmor den Anschein macht, als hätte hier in der idyllischen Natur jemand seine kleine Residenz gebaut (das dieses Haus verflucht ist, kann ja noch niemand wissen).Die einzelnen Bereiche, die von architektonischen Gebäuden geprägt sind, wie der Platz bei Fata Morgana, dem fliegenden Holländer, Vogel Rok, de Halve Mean und vielen mehr, ergeben im Ganzen ein traumhaft schönes Ambiente.

Aber auch die schönste Gartenanlage, der schönste Wald, die schönste Fassade und die größte Achterbahn, machen noch lange nicht Efteling aus. Denn Eftelings Charakter im Bezug auf die Attraktionen liegt in der Berührung durch Märchen und Sagen. Diese hier aufzuführen, wäre zu viel des Guten und sollten auch schon hinreichend bekannt sein. Aber warum gerade Märchen?

Wer schon mal in einem klassischen Märchenwald war, wird die große Einzigartigkeit verstehen, mit denen Efteling die Märchen präsentiert. Und auch Erwachsene sind wohl noch heute von Märchen begeistert. So sind es nicht nur viel Eltern die mit ihren Kindern durch den Ursprung Eftelings spazieren sondern auch frisch Verliebte, Jugendliche und Senioren. Und selbst wem die Märchen zu kindisch erscheinen, erlebt sie trotzdem, beim Fahren einer der viele Attraktionen

Während mit den ersten großen Investitionen mehr Wert auf das Fahrvergnügen gelegt wurde, so hat sich dies spätestens mit der Eröffnung von Fata Morgana wieder zu Ursprung gewendet. Fast alle Attraktionen haben eine Hintergrundgeschichte, ob Märchen, Sagen oder Legenden. Mit Thematisierung, Animatronics und audio-visuellen Effekten tauchen die Besucher in eine lebhafte, verzauberte Welt, die gar nichts mit der vor den Toren Eftelings gemeinsam hat. Missmutige Gedanken und Aufgaben, die sonst den Alltag prägen, haben hier keinen Platz. Das Gefühl der Sorgenfreiheit kommt dem unverhofften Besucher so endlich einmal näher.

Vielleicht also liegt der Erfolg von Efteling darin, dass den Parkgästen von Anfang an, die Märchen und traumhaften Gebäude in Verbindung mit der Natur in eine gänzlich andere Welt ziehen und alle Sorgen und Lasten für einen Tag vergessen lassen.Ein Blick hinüber zum Disneyland kann dies vermutlich sogar bestätigen. Hier wird der Besucher ebenfalls in thematischen, detailverliebten Bereichen aus der Realität entzogen. Und auch wenn die Disneyparks dieser Welt, die wohl schönste und aufwendigste Thematisierung bieten, eine Einbindung in die unberührte Natur, hat hier niemals stattgefunden. Stattdessen wird die Natur künstlich angelegt und wie an einem Reißbrett geplant und hochgezogen. Der Erfolg bleibt zweifelsohne nicht aus, doch einen Baumbestand, Seen, Blumenbeete und Wälder mit der Verbindung von aufwendigen Attraktionen wird man nur in Efteling finden. Und damit wäre wohl ein kleiner Teil des Erfolg, der Ausstrahlung, des Charms, des Phänomens Efteling geklärt.

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