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Kreative Monotonie - Efteling vertraut bei der Baron-Story auf altbekanntes


Der Grubenbaron Gustave Hooghmoed kauft eine alte Mine auf, von der es heißt, die Witte Wieven geisterten in ihren Gängen herum und beschützten den wertvollen Boden. Doch ihm ist das gleich, er wirbt eine Reihe von Bergarbeitern an und beauftragt sie, in die Mine einzusteigen. Jedem erfahrenem Efteling-Besucher wird beim Lesen der Geschichte, die im neuen Dive Coaster Baron 1898 umgesetzt werden soll, etwas bekannt vorgekommen sein.

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Kein Wunder, denn es ist ein altbekannter Efteling-Stoff, der hier in neuem Gewand präsentiert wird: Die Geschichte vom bösen, habgierigen Mann, der sich allen Warnrufen zum Trotz eines Verbrechens schuldig macht (und dann dafür bestraft wird) – diese Grundkonstruktion einer Geschichte findet sich gleich zwei weitere Male im Park.

Zum einen wäre da die Villa Volta zu nennen, in der Hugo van den Loonsche Duynen, Mitglied der Räuberbande Bokkenrijders eine ganze Region in Angst und Schrecken versetzt und schließlich für seine Habsucht von einer in weiß gekleideten Frau an sein spukendes Haus, die Villa Volta, gebannt wird. Und da ist die Umsetzung der weltweit bekannten Sage vom Fliegenden Holländer, in der ein Seekapitän, den Efteling Willem van der Decken nennt, am Ostersonntag zur See fährt, obwohl dies nicht gestattet und verpönt ist. Er muss schließlich bis zum Jüngsten Tag auf seinem Schiff über die Meere umherirren.

Während Efteling beim reinen Entwerfen des Baron 1898 mit allen gestalterischen und architektonischen Details sein hohes Arbeitsniveau wohl erneut bestätigen wird – und mit B&Mauch ein hervorragender Achterbahnbauer engagiert wurde, so hinterlässt doch die Wahl der Grundgeschichte eine leichte Wehmut. Efteling erfindet sich nicht neu, erzählt keine neue Geschichte, sondern vertraut auf das, was während der letzten rund 20 Jahre bereits ausprobiert wurde und sich beim Publikum etabliert hat. Dabei wird Efteling gerade nicht nur als Könner des Themings gesehen, sondern eben auch als hervorragender Geschichtenerzähler.

Natürlich ist dies für eine Attraktion in einem europäischen Freizeitpark eine hoch angebrachte Kritik. Man kann trotz allem mit großer Vorfreude auf dieses tolle Projekt blicken, denn in sich wird der Baron vielleicht auch inhaltlich funktionieren. Und ohnehin wird ein Großteil der Besucher an einem befreiten Tag im Freizeitpark besseres zu tun haben, als sich über wiederholende Geschichten zu ärgern. Doch trotzdem: Für die nächste Großattraktion – vielleicht ist es ja der langersehnte Hartenhof – wäre ein anderes Storygrundgerüst keine schlechte Sache.

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