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Des Kaisers neue Kleider


Des Kaisers neue Kleider (nl. De nieuwe kleren van keizer) ist eine Märchenattraktion aus dem Jahr 2012, die das gleichnamige Andersen-Märchen umsetzt. Die humorvolle Art der Vorlage schlägt sich auch in der Umsetzung im Sprookjesbos nieder.

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Daten und Fakten

Typim Freien
nl. NameDe nieuwe kleren van de keizer
Eröffnung
November 2012
LiteraturvorlageHans Christian Andersen
Entwurf
Pim-Martijn Sanders
TechnikETF Ride Systems
ErzählstimmePaul van Vliet
Kosten
1,6 Mio. Euro

Wusstest du, dass...

  • in den ersten Wochen der Attraktion nicht die Stimme von Paul van Vliet, sondern von Toos van de Voorde-Verdult zu hören war? Die Synchronsprecherin war zuvor 2004 bereits bei Das Mädchen mit den Schwefelhölzern eingesetzt worden.
  • der Entwerfer Pim-Martijn Sanders nach der Fertigstellung des Entwurfs Efteling noch vor der Fertigstellung des Projekts in Richtung Europa-Park verließ?

Die Geschichte

Ein Kaiser lebt in einer großen Stadt und führt ein Leben in Saus und Braus. Besonders Kleider haben es ihm angetan und er hat „einen Rock für jede Stunde des Tages“. Eines Tages kommen zwei Fremde in die Stadt und bieten dem Kaiser etwas Außergewöhnliches an: Den schönsten Stoff in den prächtigsten Farben und Mustern, der dazu auch noch eine ganz besondere Eigenschaft habe - er sei für jeden Menschen unsichtbar, der nicht für sein Amt tauge oder unverzeihlich dumm sei. Eine gute Gelegenheit, denkt sich der Kaiser, um einmal herauszufinden, welcher Funktionsträger denn nun vielleicht seiner Arbeit nicht gerecht wird. So bestellt er die Kleider bei den Fremden, die natürlich Trickbetrüger sind und sich nur die Bezahlung sichern wollen.

Um den Stand der Arbeit zu überprüfen, schickt der Kaiser nacheinander - in der Voraussicht, dass diese den Stoff wohl sehen müssten - zwei verdiente Staatsdiener zu den vermeintlichen Webern. Beide Männer sehen den Stoff aber nicht, wollen aber ihren Status nicht verlieren und schwärmen lieber in höchsten Tönen davon. Da will sich der Kaiser selbst von der Qualität überzeugen. Doch was nicht da ist, kann auch er nicht sehen und so steht er vor dem selben Dilemma wie seine Bediensteten: Zugeben, dass nichts zu sehen ist und somit die eigene Unfähigkeit einzustehen oder lügen und seinen Stand behalten. Der Kaiser entscheidet sich natürlich für letzteres und macht sich selbst etwas vor.

Bei einer großen Prozession will der Kaiser seine neue Kleider dem ganzen Volk präsentieren - und gesagt, getan. Das Volk spielt zunächst mit, denn auch dort will sich keiner als dumm offenbaren. Erst ein Kind deckt die Scharade auf, als es sagt „Aber er hat ja nichts an!“ und da traut sich auch das Volk, die Wahrheit auszusprechen und spottet über den Kaiser, der aber stoisch bei seiner Version bleibt.

Kompletter Originaltext

Was das Märchen sagen will

Dieses Kunstmärchen von Hans Christian Andersen ist für ein Märchen außergewöhnlich gesellschaftskritisch. Beschrieben wird, wie sich eine Unwahrheit verbreiten und etablieren kann, obwohl die Wahrheit ganz offensichtlich ist. In diesem Fall ist die Lüge mit einem Druckmittel verbunden, denn jeder, der ihr widerspricht, läuft die Gefahr auf als „dumm“ zu gelten. Niemand möchte das sich und gegenüber anderen natürlich eingestehen. So hat sich die Unwahrheit in der gesamten Bevölkerung der fiktiven Stadt etablieren können. Erst ein kleines Kind kann den Bann am Ende der Geschichte (fast) auflösen. Es ist ungebunden und unschuldig und muss natürlich keine Angst davor haben, als dumm zu gelten. Die Auflösung gelingt indes nur fast, denn der König hält bis zum Ende an seiner Version der Wahrheit fest.

Umsetzung in Efteling

Das Andersen-Märchen ist im Märchenwald als Außenshowattraktion realisiert: Vor einer barocken Kulisse wird die Geschichte in einer rund vier-minütigen Show dargestellt. Zentraler Schauplatz ist eine Art Laufbahn in der Mitte der Kulisse, die von einer grünen Hecke bedeckt ist. Über ein spezielles Fahrsystem von ETF Ride Systems, das durch die Hecke verdeckt ist, fahren passend zur Geschichte verschiedene, dem Publikum zugewandte Figuren von links nach rechts oder von rechts nach links: Mal die Schneider, mal die Hofdamen und mal der Kaiser. Rechts steht ein kleines Häuschen, auf dem ein Schattenspiel die arbeitenden Schneider zeigt.

Wie auch die Vorlage, hat auch die Darstellung in Efteling einen gewissen Humor. Die einzelnen Figuren sind etwas untypisch für Efteling fast karikaturhaft ausgefallen. Besonders bei den Hofdamen und dem Kaiser fällt das auf. Humoristischer Höhepunkt ist natürlich der nackte Kaiser, dessen Intembereich gerade noch rechtzeitig von einem Wasserspeier überdeckt wird.

Die musikalische Untermalung bildet - wie auch bei den Pilzen im Märchenwald - zwei Stücke aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach von Johann Sebastian Bach: Die recht bekannte Musette in D-DUR (BWV Anh. 126) sowie eine Polonaise in G-Moll (BWV Anh. 119). Beides wurde von Marco Kuypers für die Show neu zusammengestellt.


Entstehungsgeschichte

Im März 2011 kamen Baupläne an die Öffentlichkeit, die bereits verrieten, dass Efteling in seinem Jubiläumsjahr plant, eine Attraktion im Märchenwald zu Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ zu eröffnen; die Bauarbeiten begannen allerdings erst im Januar 2012.

Insgesamt wurden 1,6 Millionen Euro in den Bau der Attraktion gesteckt, bevor sie am 8. November 2012 eröffnen konnte. Der Entwurf zur Attraktion stammt von Pim-Martijn Sanders, der Efteling bald danach in Richtung Europa-Park verließ, später auch bei Jora Vision arbeitete, bevor er 2016 zum Park zurück kehrte.

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