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Anton Pieck


Anton Franciscus Pieck (1895-1987) war ein niederländischer Maler und Illustrator, der zwischen 1951 und 1975 als Eftelings künstlerischer Leiter maßgebend für die Entwicklung des typischen Efteling-Stils war.

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Biografie

Frühe Jahre (1895-1915)

Anton Pieck kam zusammen mit seinem Zwillingsbruder, dem späteren Architekten, Maler und Nazi-Widerstandskämpfer Henri Christiaan (1895-1972) am 19. April 1895 in der Hafenstadt Den Helder zur Welt. Ihre Eltern waren der Marinemaschinist Henri Christiaan Pieck (1861-1921) sowie seine Ehefrau Stoffelina Petronella Neijts (1855-1944).

Piecks Talent für das Zeichnen trat bereits vor seiner Einschulung zutage und wurde auch früh gefördert: Zusammen mit seinem Bruder Henri erhielt er Zeichenunterricht bei J. B. Mulders. Im Jahr 1906, im Alter von gerade einmal elf Jahren, gewann Anton mit einem Stillleben seine erste Auszeichnung. Auch als die Familie in das rund einhundert Kilometer entfernte und größere Den Haag zog, ging die Ausbildung der Brüder durch Kurse an der Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten weiter, einer schon damals traditionellen Kunstakademie, die auch heute noch besteht.

In dieser Zeit stand Pieck besonders unter dem Einfluss der Künstler Herman Heuff (1875-1945) und Adriaan Miolée (1879-1961). Mit vierzehn Jahren erhalten die Brüder ihre “Basisurkunde Zeichnen”, mit 17 Jahren dann die “Höhere Urkunde Zeichnen”. Anschließend trennen sich die Wege der Brüder: Während Henri seine Ausbildung an der Amsterdamer Akademie für Bildende Künste fortsetzt, erhält Anton ein Angebot als Zeichendozent an der Akadamie in Den Haag und nimmt es sogleich an - finanzielle Unabhängigkeit ist sein Ziel. Mit dem ersten Weltkrieg ändert sich die Situation Anton Piecks plötzlich: 1915 muss er, wie viele seiner Altersgenossen, zum Militär und blieb dort für die kommenden dreieinhalb Jahre.

Etablierung als Maler und Illustrator (1915-1950)

Piecks Zeit im Militär fällt nicht außergewöhnlich beschwerlich aus: Er konnte beispielsweise weiter als Zeichenlehrer arbeiten und auf seinen Reisen Eindrücke für seine Zeichnungen sammeln. Zudem lernte er 1917 Jo von Poelvoorde (1893-1983) kennen, die Frau, die er 1922 heiraten und mit der er drei Kinder bekommen würde.

In den Jahren ab und nach seiner Zeit beim Militär beginnt sich aber nicht nur Anton Piecks persönliche Seite zu verfestigen, sondern auch seine Seite als Maler und Zeichner. Zu dem Maler Henri Daalhoff (1867-1953) und dem flämischen Dichter Felix Timmermans (1886-1947) entstehen zwei Kontakte, die ihn, so heißt es, nachhaltig prägten. Daalhofs Person und seinen Malereien entnahm er demnach den nostalgisch-romantischen Blick auf die Vergangenheit und fremde Länder, der seinen Stil später prägen wird. Von Timmermans, den er erstmals 1918 trifft und zu dem er eine Freundschaft aufbaut, übernimmt er Spontanität und Fantasie. 1921 illustiert Pieck mit Pallieter einen Roman von genau diesem Timmermans - es ist seine erste Tätigkeit als Illustrator.

Doch allein von solchen Auftragsarbeiten kann Pieck nicht leben und so arbeitet er parallel als Zeichenlehrer, zunächst in Den Haag am Zeicheninstitut Bik en Vaandrager, ab 1920 bis 1960 dann bei dem Kennemer Lyceum in Overveen, einem Ort in der Nähe von Haarlem bei Amsterdam. Auf diese Weise sichert sich Pieck seine eigene materielle Existenz und die seiner Familie, während er eigene Projekte weiterhin parallel verfolgt - allen Entwicklung in der Kunst zum Trotz seinem romantischem Stil treu bleibend. Bis 1930 ist ein Trend zu verzeichnen, bei dem Pieck grafische Tätigkeiten, also etwa Radierungen, Gravuren oder Holzschnitte zugunsten von Zeichnungen, Illustrationen und Ölmalereien aufgibt. Während er mit seinen Gemälden bis in den zweite Hälfte der 1920er-Jahre hinein Erfolge in den Niederlanden und Belgien feiert, konzentriert sich Pieck ab circa 1928 - wohl auch aufgrund entsprechender Aufträge - verstärkt auf illustrative Tätigkeiten. Insgesamt wird er an circa 350 Büchern mitarbeiten - sicherlich auch ein wichtiger Faktor für seine Bekanntheit in den Niederlanden.

Im zweiten Weltkrieg wurde Anton Piecks Bruder Henri als Kommunist von den Nationalsozialisten verhaftet, und 1942 in das Konzentrationslager Buchenwald interniert, wo er bis zum Kriegsende bleibt. Auch an Anton Pieck geht das Nazi-Regimes nicht spurlos vorbei, zumal die Niederlande seit Mai 1940 besetzt waren. Er betätigt sich am Widerstand, indem er Unterschriften und Stempel fälscht. Zudem beherbergt er viele Juden übergangsweise und bewahrt ihr Hab und Gut über die Kriegsjahre auf.

In die Kriegszeit fällt auch eine wichtige Auftragsarbeit, die Piecks Verbindung mit Efteling ermöglichte: Es waren die Märchen der Brüder Grimm, die er in einer Ausgabe von 1942 illustrierte. Diese Ausgabe brachte Peter Reijnders, einen der kreativen Köpfe hinter Efteling, auf die Idee, Pieck zu engagieren.

Arbeiten in Efteling (1951-1987)

Einige Überzeugungsarbeit war notwendig, bis Peter Reijnders Anton Pieck soweit hatte, an der Entwicklung eines großen Natur- und Wanderpark in Kaatsheuvel bei Tilburg mitzuwirken. Ein Märchenwald sollte dort entstehen, doch Anton Pieck war sich über den Charakter des Vorhaben nicht im Klaren. Erst im Gespräch wechselt Pieck seine Position: Mit der Versicherung bestimmter Voraussetzungen, wie dem Verwenden nachhaltiger Materialien und dem Einsatz fachkundiger Mitarbeiter sagt der Maler zu.

Anton Pieck und Efteling - ohne diese Beziehung wäre Efteling so wie es heute ist in keinerlei Hinsicht denkbar. Erst Pieck brachte seinen nostalgisch-romantischen Stil nach Kaatsheuvel und begründete somit den Erfolg. In jedem Winkel des Parks kann Pieck seinen Stil etablieren, sei es nun in den Attraktionen des Sprookjesbos, bei den alten Dampfkarussels oder bei der Miniaturwelt Diorama. Sehr aufwendige Attraktionen sind dabei die Indische Waterlelies sowie der Fliegende Fakir.

1975 verlässt Pieck, als 80-jähriger, verlässt Pieck den Park als künstlerischer Leiter und gibt sein Zepter an Ton van de Ven weiter. Gleichwohl bleibt er noch einige Jahre als Berater für Efteling tätig. In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1987 stirbt er im Alter von 92 Jahren. Doch auch heute, Jahrzehnte nach Piecks Tod, ist er noch immer präsent in Efteling. Die Nachfolger Piecks als künstlerische Leiter orientieren sich bei aller Selbstständigkeit an seinen Stil. Der Park hat ein riesiges Archiv von Pieck-Zeichnungen und in so mancher neuen Attraktion - Aschenputtel  aus dem Jahr 2009 sei hier nur ein Beispiel - finden sich Entwürfe von Anton Pieck wieder.

Attraktionen in Efteling

Für folgende Attraktionen hatte Anton Pieck die gestalterische Gesamtleitung übernommen. Es handelt sich um eine Auswahl.

Literatur

Bremer, J. T. (2003). De Helderse jaren van Anton Pieck. Nederlandse historiën, 36(5), 3-8.

Eysselsteijn, Ben van & Vogelsang, Hans (1981). Anton Pieck: Zyn leven, zyn werk (4. neue und erweiterte Auflage). Amsterdam / Brussel: Zuid-Hollandsche Uitgevers Maatschappij.

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